Wilhelmshavener Zeitung, 03.04.2019

Bildungsberatungsstelle „Gewusst wo – gewusst wie“ in Wilhelmshaven mit hohen Beratungszahlen

Seit 2009 ist die Bildungsberatungsstelle „gewusst wo – gewusst wie“ als feste Größe in der Beratungslandschaft in Wilhelmshaven verankert. Sie feiert also in 2019 ihr 10-jähriges Bestehen.

Durch ein ausgedehntes Netzwerk ist sie den Kooperationspartnern bekannt und berät Weiterbildungsinteressierte auch über die Grenzen der Stadt Wilhelmshaven in den Landkreis Friesland hinein.

Ziel von Bildungsberatung ist es, Menschen in allen Lebensphasen bei Fragen rund um Bildung und Beruf zu unterstützen und die Beratenen entscheidungs- und handlungsfähiger zu machen. Dabei sind die Beratenen in ihren Voraussetzungen und Anliegen sehr heterogen.

Jedoch eint alle Ratsuchenden, dass sie passende Informationen und Unterstützung brauchen, um ihre persönlichen Entscheidungen zu treffen. Dies heißt auch, dass die Bildungsberaterinnen einerseits flexibel und andererseits spezifisch aufgestellt sein müssen, um bedarfsgerecht zu beraten.

Die Vielfalt spiegelt sich nicht nur in den soziodemographischen Daten wieder, sie wird auch in den vielen unterschiedlichen Anliegen sichtbar, mit denen die Menschen in die Beratung kommen. Berufliche (Neu-)Orientierung spielt dabei ebenso eine große Rolle wie Beratung zu Fort- und Weiterbildungen und möglichen Finanzierungen.

Die Auswertung der Kundenfeedbacks hebt außerdem hervor, dass es der Beratungseinrichtung sehr gut gelungen ist, die Beratenen in ihrer Handlungs-und Entscheidungsfindungsfähigkeit zu stärken.

Die Zahlen belegen auch, dass die persönliche Kontaktaufnahme und die persönliche Beratung nach wie vor eine Hauptrolle spielen. Ein im vergangenen Jahr sehr wichtiges Format waren die Gruppenberatungen, die insbesondere für geflüchtete Menschen und Neuzugewanderte eine gute Möglichkeit sind, sich über das deutsche Bildungssystem und berufliche Möglichkeiten zu informieren und erste Schritte in den deutschen Arbeitsmarkt zu machen. Die Entwicklung und Durchführung der Gruppenberatungen haben Ressourcen gebunden, die in den Jahren zuvor in die Einzelberatungen flossen.

Die Zahlen für 2018 verdeutlichen, dass es der Bildungsberatungsstelle Wilhelmshaven gelungen ist, die Menschen in aller Vielfalt zu erreichen. Frauen und Männer jeden Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichem Bildungsniveau haben die Beratungsstelle aufgesucht.

In Wilhelmshaven haben bei der Bildungsberatungsstelle insgesamt 413 Einzelberatungen und 43 Gruppenberatungen mit insgesamt 516 Teilnehmenden stattgefunden.
Dies sind in die zweithöchsten Beratungszahlen in ganz Niedersachsen.

Weitere Informationen und Beratung unter: www.bildungsberatung-wilhelmshaven.de oder 04421 164022.

Infomesse „Job4u“ Wilhelmshaven, 2015

Wilhelmshavener Zeitung, 2014

Wilhelmshavener Zeitung, 2010

Ein wertvoller Lotse im Weiterbildungsdschungel

VHS Bildungsberatungsstelle in neuen Räumen im Hans-Beutz-Haus –Das Angebot ist kostenlos
WILHELMSHAVEN /kle Wie schaffe ich den Wiedereinstieg ins Berufsleben, wenn ich einige Jahre zu Hause war, um meine Kinder zu erziehen? Wohin orientiere ich mich, wenn es in meinem Berufszweig nicht mehr so gut läuft? Wie kann ich meinen Berufsweg am besten aufbauen? Wer Fragen in Sachen Bildung und Beruf hat, ist in der Bildungsberatungsstelle „Gewusst wo –gewusst wie“der Volkshochschulen Wilhelmshaven und Oldenburg richtig aufgehoben. Dort bieten Monika Pellenz und Christina Heide Beratung zu beruflicher Aus- und Weiterbildung an, geben Tipps zur Laufbahngestaltung oder stellen mit den Hilfesuchenden eine Stärkenanalyse auf. Auch über Förderungsmöglichkeiten klären die Beraterinnen ihre Kunden auf. „Wir können vielen Ratsuchenden eine Bildungsprämie vom Bund vermitteln, die pro Person bis zu 500 Euro beträgt“, sagte Werner Sabisch, Leiter der VHS in einer kleinen Feierstunde. Seit dem 15. September 2009 gibt es die Bildungsberatungsstelle. Nun ist sie in neue Räume im Hans-Beutz-Haus umgezogen.

Im vergangenen Jahr haben bereits mehr als 600 Menschen die Beratung von Pellenz und Heide in Anspruch genommen. „Wir beraten jeden. Angefangen vom Schüler über Studierende, Umsteiger, Berufstätige und Arbeitssuchende bis zu Migranten oder Senioren“, sagte Monika Pellenz. Das Angebot ist kostenlos. „Oft haben Frauen die Beratung in Anspruch genommen, die nach der Familienphase wieder ins Berufsleben einsteigen wollen“, sagte Monika Pellenz. Da häufig besonders die Frauen nach der Familienphase eine Teilzeitarbeit aufnehmen möchten, brauchen die auch besonders gute Beratung. Denn: „Das klassische Teilzeitmodell mit fünf Vormittagen Arbeitszeit in der Woche existiert in der Praxis nicht“, sagte Beate Folkers. Die Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit hielt einen Vortrag im Hans-Beutz-Haus. Frauen und Männer, die ihre Arbeitszeit zu Gunsten der Familie verringern möchten, sind also auf flexible Modelle angewiesen –die sie aber erst einmal kennen müssen. Auch Oberbürgermeister Eberhard Menzel betonte die Wichtigkeit der Bildungsberatungsstelle. Ohne Schulabschluss sei die Aussicht auf eine Arbeitsstelle beinahe aussichtslos. „Deshalb ist der zweite Bildungsweg besonders wichtig.“ Bei der Orientierung durch das vielfältige Weiterbildungsangebot will die Bildungsberatungsstelle Lotse sein.